Was bringt es regionale, faire Lebensmittel zu kaufen?

Ist es nicht ein gutes Gefühl Lebensmittel und Produkte aus der Region zu kaufen? Nicht nur, dass es einfach besser schmeckt, österreichische Lebensmittel haben einen hohen Qualitätsstandard, kurze Transportwege schonen die Umwelt und es werden Arbeitsplätze geschaffen. Das nennen wir ein faires Lebensmittel, weil alle davon profitieren. Unfair sind für uns Lebensmittel die unter niedrigeren Anforderungen von Arbeitern mit schlechterer sozialer Absicherung in großem Maßstab irgendwo auf der Welt produziert, weit hier her transportiert und im Handel dann zum Kampfpreis heimische Produkte verdrängen.

Wir haben es selbst in der Hand für faire Lebensmittel zu sorgen, indem wir bewusster einkaufen. Dabei kann man auch schon mit kleinen Aufmerksamkeiten viel bewirken. Beispiel Kaffeeobers. Jeder kennt die kleinen Plastikkapseln und niemand achtet dabei auf österreichische Herkunft. Tatsächlich gibt es nur einen österreichischen Hersteller.

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Arbeitsplätze und Wirtschaftsfaktor

Eine Studie der Johannes Kepler Universität Linz spricht von zusätzlichen Arbeitsplätzen, wenn wir mehr regionale Produkte einkaufen würden. Durch nur 10 Prozent mehr heimischen Lebensmitteleinkauf würde das Bruttoinlandsprodukt BIP um über 1.8 Milliarden Euro wachsen und 21.187 Arbeitsplätze gesichert beziehungsweise neu geschaffen werden. (Quelle: APA-OTS)

Lebensmittelsicherheit

Für uns zur Selbstverständlichkeit geworden, sind gesunde, hygienische Lebensmittel in vielen Teilen der Welt Luxus. Wer hierzulande im Geschäft oder im Restaurant etwas zu essen und zu trinken kauft, muss nicht befürchten davon krank zu werden. Salmonellen, Coli-Bakterien und Co haben die Produzenten im Griff. Nicht umsonst hat Holger Brackemann, Stellvertreter des Vorstands der Stiftung Warentest, in einem ZEIT-Interview die Lebensmittelsicherheit neben der Elektronik als den Bereich beizeichnet, in dem es in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gab.

Hohe Produktionsstandards

Österreich hat einen sehr hohen gesetzlichen Produktstandard bei Lebensmitteln. Somit haben auch konventionelle heimische Lebensmittel gegenüber anderen einen Qualitätsvorsprung. Das betrifft nicht nur die Lebensmittelsicherheit, also wie sauber und gesund das Lebensmittel ist. Auch punkto Tierschutz, Tierarzneimittel, Pflanzenschutzmittel und soziale Standards liegen österreichische Produkte im weltweiten Spitzenfeld. Österreich muss aber den Import von Lebensmitteln schlechterer Qualität zulassen, solange sie den EU-Kriterien genügen. Die Unterschiede kommen daher, dass die EU Richtlinien vorgibt, die den Mindeststandard festlegen. Die Mitgliedstaaten müssen die Richtlinie mit ihren Gesetzen erfüllen, dürfen aber auch strenger sein, als es die EU verlangt.

Lebensmittelstandard

Ein Beispiel für Österreichs hohen Lebensmittelstandard:

  • Tierschutz: Österreichische Hühner haben mehr Platz als ihre ausländischen Geschwister. In Deutschland dürfen pro Flächeneinheit um 20 Prozent mehr Hühner gehalten werden als in Österreich, in anderen EU-Ländern sogar bis zu 40 Prozent mehr.

Kein Fleisch-Doping (Einsatz von wachstumsfördernden Hormonen in der Tiermast)

Was in Österreich und der EU verboten ist, gehört international zum Standard der Fleischproduktion. Rinder, Schweine und Geflügel werden mit Hilfe von Hormonen schneller schlachtreif.

Kein Anbau von GVOs (gentechnisch veränderten Organismen)

Nach wie vor ist es in Österreich nicht erlaubt gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen. Europa ist diesbezüglich die letzte Bastion der Welt, die sich noch zu wehren versucht, auch wenn die Mauern schon brüchig sind.

Kein Fleisch-Doping in Österreich

Landschaftspflege

Österreich ist von Natur aus mit einer abwechslungsreichen und interessanten Landschaft ausgestattet. Die Menschen, die hier leben, haben aber diese Landschaft in den letzten Jahrtausenden mitgestaltet. Ohne sie gäbe es keine Wiesen, keine Felder, keine Almen, keine blühenden Obstgärten. Es gäbe nur Wald und Sümpfe. Durch den internationalen Wettbewerb rentiert sich Landwirtschaft in vielen hügeligen oder gebirgigen Gebieten nicht mehr und wird aufgegeben. Die Natur kehrt zurück zu ihren Wurzeln und macht aus den Wiesen, Feldern und Almen wieder Wald - in Österreich wächst der Wald jährlich um 4.000 Hektar (40.000.000 Quadratmeter).

Klima- und Umweltschutz

Es ist ja einleuchtend: Was in der Region produziert wird, muss nicht weit transportiert werden, was den Schadstoffausstoß vermindert. Die heimische Landwirtschaft setzt aber auch ihre Ressourcen sehr gezielt ein. Der hohe Ausbildungsgrad der Bauern, Gesetze und das österreichische Umweltprogramm führten dazu, dass beinahe nur soviel Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt wird, wie notwendig. Es gibt beispielsweise einen "Pflanzenschutzwarndienst", der Bauern via E-Mail informiert, welche Schädlinge und Krankheiten im Anmarsch sind. Ähnlich einer Grippewelle wird die Spritze erst im Falle des Falles notwendig.

Landschaftspflege

Ohne Bewirtschaftung keine Almen

Die abwechslungsreiche Kulturlandschaft Österreichs ist nicht nur für seine Einwohner schön. Almen, Felder und Wälder, die sich mit Wiesen abwechseln sind eines der Zugpferde des Tourismus. Die Landwirtschaft ist der Ursprung dieser Landschaften, die sie durch die Bewirtschaftung erhält.

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